HPV-Impfung - Krebsprävention selbst in die Hand nehmen

„HPV hat viele Gesichter“ – unter diesem Titel erzählte die Wanderausstellung die Geschichten von Menschen, die sich mit humanen Papillomviren (HPV) infizierten und an Krebs erkrankten. Vom 18.10.2022 bis zum 13.11.2022 konnten Interessierte in der Stadtbibliothek Düsseldorf die berührenden Erfahrungsberichte verfolgen. Parallel dazu hatten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich an der interaktiven Mitmachstation über das Thema zu informieren.

Dirk ist Polizist und erkrankte 2015 an Zungengrundkrebs – ausgelöst durch HP-Viren. Es folgte ein langer und intensiver Kampf gegen die Krankheit: Drei Operationen, eine achtwöchige Radio-Chemotherapie, Monate, in denen Essen eine Qual war. „Ich habe diese schwere Krankheit bisher überlebt. Aus diesem Grund verspüre ich den Wunsch, anderen an Krebs erkrankten Menschen beizustehen und ihnen etwas Positives zurückzugeben“, sagt Dirk heute. Er ist eine von sechs Personen, die ihre Geschichte in der Ausstellung „HPV hat viele Gesichter“ erzählen, die vom 18.10.2022 bis 13.11.2022 in der Stadtbibliothek Düsseldorf zu sehen war. In Dirks Fall war HPV-16 Auslöser für den aggressiven Krebs. Und es ging ihm wie vielen Betroffenen: „Ich hatte zuvor noch nie etwas von HPV und den Gefahren, die von diesen Viren ausgehen, gehört.“

Foto: Dirk Rohde

HPV können verschiedene Krebsarten auslösen

Als bei Dirk der Tumor am Zungengrund erkannt wurde, war er bereits von Halslymphknoten befallen. Deshalb mussten sowohl der Primärtumor als auch die Lymphknoten operativ entfernt werden. Ein schwerer Eingriff, von dem er sich nur langsam erholte. „Jeden Tag fragte mich eine Pflegehelferin, ob ich nicht versuchen wolle, eine kleine gebundene Suppe zu trinken. Ich lehnte ab. Nach drei Monaten gab ich nach, und sie brachte mir ein kleines, rotes Gefäß. Langsam, ganz langsam führte ich Löffel für Löffel zum Mund und schluckte die Suppe hinunter. Ich brauchte dazu eine ganze Stunde. Am Ende blickte ich in diese leere Suppentasse und weinte vor Freude wie ein kleines Kind“, erinnert Dirk sich.

Das Tückische an HPV-bedingtem Krebs ist, dass er an vielen unterschiedlichen Stellen entstehen kann – nicht nur in der Mundhöhle. Die Viren lösen zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, Tumore der Scheide und der Schamlippen sowie bei Männern Peniskrebs aus. Auch Geschwulste des Darmausgangs gehen oft auf eine Infektion mit den Viren zurück.

Ausstellung zeigt, wie man sich vor HPV schützen kann

Bis heute hat Dirk sich nicht vollständig von der Krankheit erholt. Er hat nur noch eine eingeschränkte Zungenfunktion, leidet unter Mundtrockenheit und dauerhaften Schluckstörungen. „Essen ist für mich eine ständige Herausforderung und hat nur noch sehr wenig mit Genuss zu tun“, sagt er. Außerdem konnte er seinen Kopf lange weder nach rechts noch nach links drehen. Nach einem langen, schmerzhaften Weg hat er es aber doch geschafft und konnte sich so seinen größten Wunsch erfüllen: Wieder als Motorradpolizist zu arbeiten.

Um Erkrankungen wie die von Dirk zu vermeiden, klärte die Wanderausstellung vor allem über die Gefahren der HP-Viren auf und informierte darüber, wie man sich wirksam schützen kann. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen humane Papillomviren für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren.

Die Mitmachstation richtete sich vor diesem Hintergrund an Kinder und Jugendliche sowie an Eltern. Die Besucher konnten sich spielerisch über die Viren, die Schutzimpfung und Möglichkeiten, das Krebsrisiko zu senken, informieren. Denn die Impfung gegen die Viren, die oft beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, schützt am besten, wenn sie vor dem ersten sexuellen Kontakt verabreicht wird. Die Kosten trägt die gesetzliche Krankenversicherung.

Die Wanderausstellung „HPV hat viele Gesichter“ und die Mitmachstation sind im Rahmen der Krebspräventionswoche 2019 von DKFZ, Deutscher Krebshilfe, DKG und Preventa erarbeitet worden.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:
https://buendnis-krebspraevention-nrw.de/wissensbereich/infektionen/

Quelle: Interview mit Dirk Rohde, aus der Broschüre „HPV hat viele Gesichter“. Krebsprävention selbst in die Hand nehmen.

Mit freundlicher Genehmigung des DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum).

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