Auf den Bauch hören und auch mal drüber schauen

Gesunde Ernährung spielt in der Krebsvorsorge eine große Rolle. Ein zu hohes Körpergewicht ist ein bekannter Risikofaktor für die häufigsten Krebsarten. Einen ersten Parameter zur Risikobestimmung für Übergewicht bietet der Body Mass Index (BMI). Ein Beitrag der Krebsgesellschaft NRW e.V. aus der neuen Präventions-Broschüre zeigt, wie er sich ganz einfach berechnen lässt.

Natürlich spielt das, was wir essen, beim Blick auf unser Körpergewicht eine große Rolle. Aber mindestens ebenso wichtig ist das „wie viel“. Denn Übergewicht kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen. Aus Beobachtungsstudien ist schon lange bekannt, dass beispielsweise Brustkrebs nach den Wechseljahren, Dickdarmkrebs und Gebärmutterhalskrebs in Folge eines zu hohen Gewichts entstehen können.

Durch einen bewussten Lebensstil lässt sich dem entgegenwirken. Der Weg mit dem Rad zur Arbeit, ein abendlicher Spaziergang oder mal die Treppe statt den Aufzug nehmen: Schon kleine Dinge können etwas verändern und lassen sich gut in den Alltag einbauen.

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Bildquelle: kurhan, shutterstock.com

Parameter zur Risikobestimmung

Der Body Mass Index (BMI) ermittelt, ob Übergewicht vorliegt und berechnet sich mit folgender Formel:

Körpergewicht (in Kilogramm): Körpergröße x Körpergröße (in Meter)

Ein Beispiel: Eine Frau wiegt 69 Kilo und ist 1,70 Meter groß.

1,70 x 1,70 = 2,89

69 : 2,89 = 23,8

Ihr BMI liegt somit bei 23,8. Aber was sagt das jetzt genau aus?

Der BMI ist folgendermaßen einzuordnen

Für Normalgewicht sollte der BMI-Wert zwischen 18,5 und 24,9 liegen. Ein niedriger Wert deutet auf Untergewicht hin, ein höherer auf Übergewicht. Ab einem BMI von 30 wird die Person als an Adipositas (Fettsucht) leidend eingeordnet.

Weitere Informationen zur Einordnung und einen praktischen BMI-Rechner finden Sie auch bei der Deutschen Adipositas Gesellschaft (Link: https://adipositas-gesellschaft.de/bmi/)

Der Taillenumfang misst die Fettverteilung

Es hat sich gezeigt, dass die Fettverteilung im Körper ebenfalls eine Rolle in Bezug auf das Krebsrisiko haben kann.

Ungünstig ist vor allem Bauchfett, das mithilfe eines einfachen Maßes, des Taillenumfangs, abgeschätzt werden kann.

Als Richtmaße bezüglich des Taillenumfangs gelten

Bedenklich wird es für Frauen bei einem Taillenumfang ab 80 cm sowie bei Männern ab 94 cm. Hier geht man bereits von einem erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen aus. Ab einem Taillenumfang von 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern spricht man von Bauchfettsucht (abdominale Adipositas) mit einem deutlich erhöhten Risiko für Folgekrankheiten.

Die Präventions-Broschüre kann hier bestellt werden:
https://www.krebsgesellschaftnrw.de/broschueren

Infos zur gesunden Ernährung und Bewegung finden Sie auch im Wissensbereich unserer Website:
https://buendnis-krebspraevention-nrw.de/wissensbereich/ernaehrung-und-bewegung/

Quelle:
Krebsgesellschaft NRW e.V. Broschüre Nr. 8: Ratgeber Prävention: Mit den richtigen Maßnahmen zur Vorsorge und Früherkennung
Anderson et al. 2014: European Code against Cancer 4th Edition: Obesity, body fatness and cancer.
https://cancer-code-europe.iarc.fr/images/doc/3_obesity_and_body_fatness.pdf,
zuletzt abgerufen: 12.05.2022

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